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Ausgabe Mai 1999 Preisbindung und Internet "Eine Frage des deutsch-österreichischen Grenzverkehrs" - darauf schrumpft in der Tat das Preisbindungsproblem zusammen, wenn man die weltweite Expansion der Buchverkäufe über Internet in den Blick faßt. Thomas Middelhof, der neue Bertelsmann-Vorstandsvorsitzende, hat zwar sein Grenzverkehr-Zitat nachträglich bagatellisiert, aber in internationalen Dimensionen denkend, weiß er wohl, wo die Glocken hängen. "Mir ist keine andere Sparte eingefallen, die eine derartige Vielfalt bietet. Herkömmliche Buchläden sind damit überfordert. Ein Shop kann maximal 150.000 Titel anbieten, wir mehr als vier Millionen" so Jeff Bezos, Boß des Online-Buchversandes Amazonas. Er gründete sein Unternehmen 1995. Allein im letzten Quartal des Jahres 1998 setzte er Bücher und Medien für 400 Millionen Dollar um. "Der Handel über das Internet wird in Deutschland bis zum Jahr 2001 auf 3,5 Millarden Mark steigen. Ein Viertel davon entfällt allein auf den Bereich Bücher". So Heinz Warmelinger, der den neuen Bertelsmann-Online-Versandhandel BOL International aufbaut. Internet bringt hinsichtlich der Preisbindung drei neue Aspekte ins Spiel:
Nicht die Europäische Kommission in Brüssel, nicht die österreichische Kette Librodisk, nicht ein paar konkurrierende Reisebuchhändler oder Schulbuchvertriebe werden die Preisbindung zu Fall bringen, sondern aller Voraussicht nach das Internet - mag sich die Branche, ja mag sich die Politik auch dagegen stemmen. Sie sollten den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern den Tatsachen nüchtern ins Auge sehen. Mit dem Fall der Preisbindung geht die Welt nicht unter. Rufen Sie uns an - wir bieten einen hausinternen Workshop zum Thema an. Wenn Sie sie beherzt nutzen, sind auch für Sie die Chancen beim Fall der Preisbindung größer als das Risiko. Wolfgang Ehrhardt Heinold |